So! Auf gehts...zu dem Thema gibt es viel zu sagen - ich versuche mich kurz zu halten ;0)
An sich ist es überhaupt nicht schwer, so ein Projekt zu filzen, ihr braucht aber Geduld und Formgefühl. Filzen ist immer zeitintensiv - ich habe ja geschrieben, daß ich bei dem Fuchs relativ schnell war, aber trotzdem bin ich auf ungefähr 15 Stunden gekommen.
Aber man kann noch viiiiel mehr Zeit investieren und noch mehr Details filzen! Es kommt darauf an, was man möchte. Ich wollte ein Kindertaugliches Spielzeug und habe dafür grobe Merinowolle verwendet, die sich gut nadelfilzen läßt. Ausserdem preislich recht attraktiv, ich habe sie von der Schafwollspinnerei Höfer . Man bekommt mit dieser Wolle allerdings keinen so feinen Filz, die Oberfläche wird immer etwas flusig bleiben. Im Vergleich zu PÜPPI - an der habe ich bestimmt die dreifache Zeit gefilzt, sie ist aus feiner Wolle und KEIN Kinderspielzeug ;0)
Aber jetzt zum Fuchs: DAS
war meine Materialauswahl. 6 Pfeiffenputzer, Wolle, Nadeln mit Nadelhalter und Filzreste von alten Projekten (natürlich noch eine Unterlage!). Die Filzreste verwende ich als Inlet - aber normale Wolle geht natürlich auch. Dafür könnt ihr auch z.B. weiße nehmen, die ist oft günstiger als farbige.
Die Pfeiffenputzer werden jetzt jeweils zu zweit an den Enden miteinander verzwirbelt, so entstehen 3 große Schlaufen. Zwei dienen als Beine, eine als Körper, Kopf und Schwanzende. Die Schlaufen positionieren (Hüft- und Vordergelenk) und miteinander verzwirbeln . An den Enden (Schwanz, Füße, Kopf) verzwirbele ich nicht, so bleiben kleine Schlaufen offen.
Nun werden die Filzreste um den Körper gewickelt, ich fange bei den Gelenken an und arbeite mich über die Beine bis zum Kopf vor.
Egal ob ihr Reste oder direkt Wolle nehmt: unbedingt ganz fest wickeln! Je lockerer die Wolle sitzt, desto mehr muß gefilzt werden. Enden nadele ich direkt fest. Der Spunk mußte unbedingt zeigen, WIE man das macht ;0)
In diesem Zustand sieht das ganz Teil noch sehr...äh, wild aus. Es könnte auch ein Pferd werden (hat zumindest der Spunk gefragt).
Wenn alle Bereiche ausreichend umwickelt sind, fange ich mit der eigentlichen Farbe an. Dabei arbeite ich mich von den Füßen zum Körper und anschliessend zum Kopf vor. Das Schwanzende bleibt erstmal offen!
Auch hier ist es wichtig, FEST zu wickeln!
Jetzt kommt die Fleißarbeit, die Wolle muß verfestigt werden, das heißt nadeln, was das Zeug hält. Man bekommt ein Gespür dafür, wie sich unter dem filzen die Wolle verdichtet. Je mehr man nadelt, desto fester wird der Filz und desto beanspruchbarer ist er. Ein Mehrfachnadelhalter ist hier eine gute Sache, nur mit einer Nadel dauert es ewig, alles zu verdichten.
Wenn alle Bereiche schon relativ gut verfilzt sind, kommen noch die Details.
Für den Fuchsschwanz habe ich um das Ende des Pfeiffenputzers weiße Wolle geschlungen, die nach hinten ausläuft, Darüber kam dann ein kürzeres Stück in fuchsrot. An der Schwanzwurzel habe ich einen festen Übergang genadelt und den eigentlichen Schwanz nur wenig gefilzt.
Die Ohren wurden zuerst seperat gearbeitet.
Wolle wird zu einem Dreieick gelegt, das untere Ende *offen* gelassen. Den oberen Bereich filzen und weiße Wolle (habe ich vorgefilzt) aufnadeln. Hierbei nicht zu wild nadeln, damit die Fasern auf der anderen Seite durchkommen. Ich steche immer nur oberflächlich ein, oder leicht quer - mit ein wenig Übung klappt das!
Die Ohrspitzen habe ich anschliessend noch schwarz gefilzt.
Nun wird das offende Ende *aufgklappt* und am Kopf positioniert und festgenadelt. Zusätzlich kann man noch etwas Wolle quer über die Enden legen.
Für die Augen und den Mund habe ich mit einer einzelnen Nadel vorgearbeitet, d.h. ganz oft eingestochen, bis Vertiefungen entstanden sind.
Bei den Augen wird zuerst ein gelb-braunton aufgelegt, dann schwarz für die Pupille, ein kleiner weißer Akzent und abschliessend eine feine schwarze Linie oberhalb des Auges.
Nun wird der weiße Bauch/Halsbereich aufgefilzt. Anschliessend die schwarze Nase.
Für die Schnurrbarthaare habe ich Nylonschnur verwendet, ein Stück von einer Nasenseite auf die andere gezogen, wieder zurück und vorsichtig verknotet. Hinterher noch ein wenig Wolle drübergefilzt.
Die Pfoten habe ich auch noch mit dunklerer Wolle unterlegt und drei *Rillen* mit der Nadel gearbeitet. Anschliessend nochmal gründlich alles durchgenadelt, bis die gewünschte Festigkeit ereicht war...
...fertig!!!
Ich wünsche euch viel Spaß beim Filzen :0)
-----------------------
Die Anleitung beschreibt meine persönliche Weise, so ein Tier zu filzen. Es gibt natürlich noch viele andere Methoden, dafür kann ich euch die Bücher von Birgitte Krag Hansen empfehlen. Ihr Tierbuch ist zwar NOCH nicht in meinem Besitz, aber bestimmt eine tolle Sache für alle, die mehr wissen wollen!