Donnerstag, 27. September 2007

WIP - Filzpuschen Teil 2

So, jetzt kommt der zweite Teil - los gehts mit Filzen! Erstmal schneide ich das Motiv aus dem Vorfilz aus.Dann lege ich mir die Wollagen so aus, wie ich sie brauche, damit ich während des Filzprozesses nicht mit dem Suchen anfangen muß. Wichtig ist, daß man sich merkt, mit welcher Seite man angefangen hat, damit die Schuhe gleich werden (ich nehme einfach die Seite mit der Markierung nach oben).
Dann lege ich die erste Lage Wolle drunter und schlage die Ränder mit ein wenig warmen Seifenwasser um. Man sollte nicht zu viel Wasser nehmen (sonst kann es passieren, daß es hinterher nicht mehr so gut filzt), es braucht auch nicht so heiß sein. Dann lege ich die kleinere Lage darauf und drücke sie ein wenig an. Es sollten keine Freiflächen zu sehen sein. Dann folgt die nächste große Lage (die Wollrichtung ist entgegengesetzt). Umdrehen, die Ränder ein wenig anfilzen und die kleinere Lage einfügen. Und nun kommt die letzte Lage in Weiß. Jetzt wird erstmal der andere Schuh gearbeitet, damit es so gleich wie möglich wird.
Danach fange ich mit schwarz an, dafür müssen die Hände gut trocken sein (ich finde es im Laufe der Zeit immer schwieriger sie trocken zu bekommen, irgendwann hat man einen Film auf der Haut). Dafür zupfe ich gleichmäßige Wollbüschel aus dem Strang heraus. Ich lege sie entgegengesetzt der vorherigen Lage Weiß.
Dabei achte ich darauf, daß ich in waagerechter Richtung seitlich Fasern überstehen habe und in senkrechter Richtung oben und untern. Ich lege drei Lagen. Nun nehme ich HEISSE Seifenlauge und besprenkel den inneren Teil des Schuhs. Da ich das erste erste Mal mit Alpaka gefilzt habe, bin ich überrascht über das Ergebniss: es bildet sich schnell eine kompakte Fläche, fast wie Lack.
Dann massiere ich die Fläche in der Mitte an, lasse aber die Ränder noch trocken und unbearbeitet. Die werden jetzt nämlich umgeschlagen, und ich drücke die Rückseite ein wenig an, bevor ich dort die drei Lagen schwarz auflege.
Diese Lage sollte besonders schön gelegt werden, es ist nämlich die Oberseite. Im Laufe des Filzens habe ich mich entschlossen, das Motiv NICHT nass aufzufilzen, sondern später mit der Nadel. Ich befürchte, daß es mir verrutscht, oder zu ungenau wird. Jetzt kann der Schluffen so richtig durchmassiert werden, mit so heißem Wasser wie möglich. Vor allem die Ränder müssen gut bearbeitet werden, ich forme die Kanten so gut wie möglich nach. Der zweite Schuh wird gegengleich gearbeitet. Jetzt kann man prima sehen, ob die Schuhe gleich gearbeitet sind. Nun schneide ich die Schluppen an der Oberseite auf, ein schmaler Streifen von vielleicht 8 cm Länge. Lieber kann man hinterher noch mal größer schneiden. Nun entferne ich die Pappe und massiere noch einmal von innen und aussen, eventuelle Knubbel müssen eingerieben werden.
Dann drehe ich die Schuhe um und filze die weiße Wolle noch mal so richtig an. Man kann den Filz jetzt auch z.B. auf den Rillen der Spüle reiben, aber da steht bei mir gerade noch Geschirr...;0)
Nach dem Zurückdrehen korregiere ich die Einschnittkanten. Bei dem Alpaka habe ich festgestellt, daß es anders filzt als die Merinowolle, im Laufe des Filzprozeses verschiebt sich die schwarze Lage immer etwas über die weiße Kante.

Dann wird gewalkt!!! Jetzt brauche ich ein Handtuch und heißes Wasser (Seife ist nicht mehr nötig). Ich lege den Pantoffel gerade aus und gieße heißes Wasser drüber. Dann wickel ich den Schuh ein und rolle ihn mehrmals. Je heißer das Wasser, desto schneller schrumpft der Filz.
Um ein gleichmäßiges Ergebniss zu erhalten, muß ich in jede Seite und Richtung walken. Das mache ich so lange, bis der Schuh gerade noch über das Styropor passt.
Jetzt probiere ich etwas aus: damit die Ferse nicht verrutscht, fixiere ich den Filz mit Stecknadeln. Und nun heißt es: ab in die Waschmaschine!!!Die Sauerei in der Küche hält sich in Grenzen...aber den Boden müßte ich sowieso mal wieder putzen...;o)

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